Wir sind für Sie da.
Das Konzept von Freestyle Cruising mag für manche interessant sein. Ich finde es schöner eine feste Tischzeit zu haben als ständig in einem Restaurant meinen Platz zu suchen. Wenn ich soviel Geld für eine Kreuzfahrt ausgebe, möchte ich das Flair genießen von dem man hört und wie es auf großen Dampfern früher war. Mir fehlte das Signal des Nebelhorns was das Ein- und Auslaufen des Schiffes angekündigt hat.
Wir sind in Barcelona an Bord gegangen. Unser erster Hafen war Casablanca in Marokko. Ein Ausflug führte uns auch nach Rabat. Der zweite Stopp war dann in Agadir. Wir bekamen durch die beiden Touren einen kleinen Einblick in das Leben und die Kultur des Landes. Las Palmas auf Gran Canaria war der dritte Hafen. Las Palmas ist eine normale Hafenstadt, die außer dem langen Strand nicht viel zu bieten hat. Madeira hat uns am meisten interessiert. Wir wurden nicht enttäuscht, obwohl wir nur in Funchal waren. Wir werden dort ein zweites Mal ein paar Urlaubstage verbringen. Malaga war eine interessante Stadt um noch ein bißchen zu Bummeln. Im Gegensatz zu Las Palmas gibt es eine große Fußgängerzone mit vielen kleinen und großen Geschäften und Boutiquen. Während der drei Seetage, die zu der Route gehörten, hätte man das Bordleben geniessen können. Mein Tipp wäre allerdings von Casablanca direkt nach Las Palmas zu fahren. Auf der Rückfahrt hätte man den Stopp in Agadir einlegen können. Dann hätten wir den großen Markt von dem gesprochen wurde, besuchen können.
Wir haben 2 Ausflüge auf dem Schiff gebucht: 'Imperial Rabat and Casablanca' und 'Modern Agadir and Berbermarket'. Kosten für die Ausflüge: $119.99 bzw. $39.99 p.P. Wir sind auf der Präsentation der Ausflüge am ersten Bordtag gewesen um uns über die Ausflüge informieren. Die gesamte Präsentation fand in Englisch statt. Schön wäre es gewesen, wenn auch der Hinweis gekommen wäre, dass man die Ausflüge auch in anderen Sprachen außer Englisch buchen kann. So folgten wir den Anweisungen aus der Präsentation und erfuhren erst später, dass es unsere Ausflüge auch in Deutsch gegeben hätte. Wir hatten uns für diese beiden Ausflüge entschieden, weil wir möglichst viel von Land und Leuten sehen wollten. Die Treffpunkte für alle Ausflüge waren im Stardust Theater. Auf dem Ausflugsticket waren der Zeitpunkt angeben, wann man dort erscheinen sollte. Dort wurden die einzelnen Ausflüge aufgerufen, anhand der Ausflugsnummern, die auf den Tickets aufgedruckt waren. Man wurde zum Check-out gebeten, wo eine Nummer auf den Pulli oder die Jacke geklebt wurde. Diese Nummer war die Bus-Nummer, mit der der Ausflug unternommen wurde. Da die Ausflüge teils dieselbe Strecke hatten, aber in verschiedenen Sprachen durchgeführt wurden, sollte sichergestellt werden, das man 'seinen' Bus wiederfand. Sowohl der Reiseführer in Casablanca - Rabat in englischer Sprache, als auch der Reiseführer in Agadir in deutscher Sprache, verfügten über ausreichende bis gute Sprachkenntnisse um die Tour in ansprechender Weise und mit dem nötigen Wissen durchzuführen. Der Guide für Rabat und Casablanca erklärte viel über die verschiedenen Königsdynastien und Besatzermächte, Jahreszahlen wann was in Marokko und den beiden Städten passiert war. Er gab Tipps, wieviel man für was bezahlen sollte, z. B. das Gebäck kostet €2 beim ersten Erfrischungsstopp. Getränke sind im Ausflugspreis inbegriffen. Auch ein Mittagessen im Restaurant war im Ausflugspreis enthalten und wurde schnell serviert. Der obligatorische Verkaufsstopp für eine Besonderheit des Landes war auch dabei. Sowohl in Casablanca, als auch in Agadir wurde uns die Besonderheit des Argan-Nuss-Öl angepriesen. Wir konnten die Produkte selbst ausprobieren und bekamen auf teils humorvolle Weise suggeriert, das wir ohne diese Produkte nicht leben könnten. Allerdings erinnerte die Art der Produktvorstellung schon etwas an eine Kaffeefahrt. Es fehlte eigentlich nur noch der Hinweis auf eine Rheumadecke, die man unbedingt haben muss. Da wir sehr viel Zeit in Rabat verbrachten wurde es für Casablanca leider etwas sehr knapp. So war der Fotostopp an der größten Moschee (Hassan 2.) maximal 2 Minuten, dabei hätten wir die Moschee auch gerne einmal von innen gesehen, schließlich sollen da 80.000 Menschen reinpassen. Auch auf 'Ricks Cafe' wurde nur im Vorbeifahren hingewiesen. Allerdings zu spät, um wenigstens ein Foto zu schießen. Der Ausflug in Rabat und Casablanca hat insgesamt 8 Stunden gedauert. Trotz der zu kurzen Zeit für Casablanca hat uns der Ausflug sehr gut gefallen. Für den Ausflug in Agadir waren 3,5 Stunden eingeplant. Wir wurden vom Hafen zu einem Aussichtspunkt gefahren, wo man noch Reste von Häusern des verheerenden Erdbebens von 1960 sehen konnte. Auf dem Parkplatz wurde man aber auch in massiver Weise von Händlern bedrängt, die einem billigen Schmuck verkaufen oder gegen Zigaretten tauschen wollten. Auch ein Probesitzen auf einem Dromedar wurde einem massivst aufgedrängt. Dabei waren die Tiere nicht in bestem Zustand: aufgeschlagene, wunde Beine vom häufigen Knien auf dem asphaltierten Parkplatz. Von dort ging es weiter zu einer Moschee in der Innenstadt, die wir von außen fotgrafieren konnten. Der Erfrischungsstopp fand in direkter Nachbarschaft zum Strand statt. Flaschen von Cola, Limo und ähnliches wurde vor unseren Augen geöffnet und auch das WC war nicht so schlecht. Der Berbermarkt ca 10 km von Agadir hätte aber auch in irgendeiner Stadt in Südeuropa sein können. Gewürzstände, Elektronikartikel, Obst aber auch Bekleidung jeglicher Art wurden zum Verkauf feilgeboten. Zum Schluß kam wieder der Besuch in einer Pharmazie, die sich auf den Verkauf von Gewürzen und Arganöl-Produkten spezialisiert hat. Vor dem Geschäft demonstrierten Frauen wie Argannüsse verarbeitet werden. Wir haben davon keine Fotos gemacht, da uns diese Zurschaustellung zu demütigend für die Frauen erschien. Innen wurde dann Gewürze vorgestellt und für €2 verkauft. Auch das Öl der Argannuss konnte man für die verschiedensten Anwendungen kaufen. Wieder erfuhren wir viel über Land und Leute. Der große Markt oder Souk hat montags geschlossen, sodass wir nachmittags auf dem Schiff geblieben sind Ob das Preis-/Leistungsverhältnis gerechtfertigt ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Wir fanden es auch sehr teuer. Aber ob wir all das ohne professionelle Führung gesehen hätten bleibt zu bezweifeln. Casablanca ist eine normale Großstadt, hat nicht viel zu bieten. Nach Rabat wären wir nicht gefahren. Dabei hat es uns gut gefallen und war auch sehr sauber. Alles in allem zwei Ausflüge, die wir nicht bereuen, weil wir viel gesehen haben, was uns vielleicht entgangen wäre. In Malaga legt das Schiff an einem äußeren Pier an. Der Weg in die Stadt dauert zu Fuss ca. 45-50 min. Lobenswerterweise bietet NCL daher einen Shuttlebus Service zum Hafenausgang an. Weniger lobenswert ist allerdings, dass sich NCL diesen Service mit $6 p.P. bezahlen lässt.
Das Schiff macht einen guten Eindruck, diverse Abnutzungserscheinungen gibt es, aber bei über 2000 Passagieren ist das nicht zu vermeiden. Die Boutiquen sind zu teuer: Ein Sweat-Shirt kostet $ 45, eine Base-Cap $ 17. Zudem ist das Personal hier, wie auch an anderen Stellen an Bord, nicht immer sehr freundlich. So haben wir die Parfumerie einmal unter Protest verlassen, weil die Verkäuferin es für wichtiger erachtet hat eine $5 Kette zu verkaufen als uns ein $80 Parfüm. Auch könnte man in den Auslagen Staub wischen, damit die Swarovski-Figuren wieder blinken. Ein Foto-Paket kostet $ 150. Damit erhält man alle Bilder, die während der Kreuzfahrt durch den Bordfotografen von einem gemacht wurden. Einen Souvenir-CD kostet 29.99 mit einem Rundgang und den wichtigsten Stopps des Schiffes. Im Internet-Cafe waren wir nicht, da wir unseren eigenen PC dabei hatten. Manche Gäste waren sehr leger gekleidet und andere liefen richtig schick herum. An Kosten fielen an: - $12 Service-Gebühr pro Tag und Gast, - zwei Cola oder Limo $4.50 einschließlich des Trinkgeldes, - $12 für 2 Bier, ... aber Eistee, Wasser und Kaffee waren umsonst.
Wir hatten eine Außenkabine auf Deck 5 auf der rechten Seite des Schiffes. Was wir nicht wussten: Im vorderen Bereich des Schiffes gibt es 4 oder 5 Kabinen, die statt eines Fensters nur über ein sehr kleines Bullauge verfügen. Leider hatten wir eine davon. Daher mussten wir auch am Tag das Licht einschalten, sobald wir in der Kabine waren. Die Betten waren in Ordnung. Kissen gab es genug und auch Sauberkeit und Freundlichkeit des Personals waren in Ordnung. Stauraum für Kleidung, Bücher und anderes war ausreichend vorhanden. Koffer wurden nach dem Auspacken unter dem Bett verstaut. Eine 220 Volt Steckdose ist vorhanden. Der eingebaute Fön ist vor einem großen Spiegel gut angebracht und die Schnur ist lang genug. Es gab noch 2 110 Volt Steckdosen in der Kabine, sowie eine im vergleichsweise großen und gut eingerichteten Badezimmer. Das Badezimmer konnte in 3 Bereiche getrennt werden. Toilette links mit einer Glasschiebetür, in der Mitte war das Waschbecken mit 3 Glasablagen und rechts eine Dusche mit Thermostatregelung für die Temperatur. Unter dem Waschbecken waren noch 2 Regale für Fußmatte und Waschtasche und eingebautem Abfalleimer. Die Dusche war ca 1m breit und ca 1,50m lang, ausreichend Platz um sich schon mal abzutrocknen. Auch hatte man nach dem Duschen keinen See im Bad, da die Schiebetür sehr gut abgedichtet hat. Das Toilettenabteil war sehr eng, maximal 60 cm breit und 90 cm lang. Dort war ein Aschenbecher an der Wand angebracht. Die Klimaregelung funktionierte auch gut, schön wäre eine Temperaturanzeige gewesen. Die Nachbarn in Kabine 5006 hatten ein kleines Kind, was man ab und zu gehört hat, ansonsten war die Kabine gut isoliert. Es gab einen Safe, in dem wir unseren PC, Fotopapparate und alle Papiere untergebracht haben. Die Kombination konnte man selber einstellen. Auf dem Fernsehen waren ein deutschsprachiger und ein englischsprachiger Spielfilmsender, RTL, CNN, Fox zu sehen. Außerdem konnte man die Reiseroute und andere wissenswerte Dinge wie Windgeschwindigkeit, Entfernung vom und zum nächsten Hafen sehen Wetterbeobachtungen von der Brücke empfangen. Ein Programmzeitung für die Spielfilmsender haben wir nicht gefunden. Auch die im Reiseprospekt angepriesene Interaktivität z. B. zur Abfrage des Bordkontostandes war nicht möglich. Ein Telefon gab es auch. Wir haben einmal über den Zimmerservice Kaffe bestellt und zweimal hatten wir einen Nachricht von der deutschsprachigen Gästebetreuerin auf der Mailbox. Die im NCL-Prospekt gültig bis März 2010 und ebenso im Internet versprochene Nespresso Maschine war aber nicht vorhanden. Die gibt es auch nicht mehr, wie mir auf Nachfrage mitgeteilt wurde.
Jedesmal wenn wir in einen öffentlichen Bereich des Schiffes kamen, indem Speisen und Getränke ausgeteilt wurden , mußten wir uns einer Handdesinfektion unterziehen. Aufgrund des Noro-Virus, den 12 % der vorherigen Gäste befallen hatte, gab es strengste Kontrollen. Wenigstens für die Hände und die Bord-Kreditkarte mit der man an Bord alles bezahlt. Das ging soweit, das meine Hände für zwei Tassen Kaffee dreimal (3!!!!) desinfiziert wurden, weil ich durch 3 teils geschlosseneTeile des Garden-Restaurants gegangen bin. Der Verbrauch an Handcreme stieg immens an, weil dieses Zeug die Hände rauh und spröde machte. Alles wurde einem gereicht, vom Personal, das Chirurgen- oder Einmal-Handschuhe trug. Der Zucker in Winz-Tüten war dann schon mal feucht, weil die Handschuhe des Personals feucht waren. Es kommt ja schon mal vor das Wasser, Eistee oder Kaffee überschwappen. Zum Umrühren des Kaffees gab es ein Holzstäbchen, wie bei einem Eis am Stiel, nur schmaler. Es gibt 4 Restaurants, die im Preis inbegriffen sind. Das Gardenrestaurant auf Deck 12 mit seinen Ablegern auf dem Achterdeck und auf dem Pooldeck wo den ganzen Tag über kalte und warme Speisen serviert werden, hat nicht genügend Kapazitäten für die über 2000 Passagiere. Wann immer man dort einen Platz gesucht hat, war das Essen was man vorher bekommen hat, meistens kalt, z. B. Pommes Bratkartoffeln, Reis usw. Als SB-Restaurant ausgelegt, wurde man aufgrund des wohl grassierende Noro-Virus überall bedient. Selbst das Ketchup oder den Senf aus der Plastikflasche wurde einem auf den Hamburger geklatscht. Beim Frühstück wurde der Käse schon mal mit der Fischzange angereicht und beim Abendessen landete die Mayonnaise für den Burger auf den grünen Bohnen. Alles in allem muß ich sagen, war ich von der Auswahl der angebotenen Gerichte und dem Service nicht überzeugt. Jeden Tag Nudeln mit Bolognese oder Tomatensoße, das Kotelett sehr zäh und das Fleisch mit Soße fettig und sehnig ist nicht das, was ich auf einem 5-Sterne Schiff (Prospekt) erwarte. Insbesondere am letzten Abend bezeichnete mein Mann die angebotene Hähnchenbrust als 'Küchenabfall'. Im Verlauf unserer Reise waren wir mehrfach enttäuscht über die Restaurationen an Bord. Das Personal brauchte am Pooldeck bis zu einer Stunde, um das Geschirr zu entfernen, obwohl es mehrfach am Tisch vorbeiging und uns immer wieder fragte, ob wir etwas zu trinken möchten, obwohl wir noch Kaffee oder Softdrinks im Glas hatten. Auch die Bekleidung war gewöhnungsbedürftig: Trainingsanzüge aus Kunstseide gehören meiner Meinung in den Sport- oder Fitnessbereich, aber nicht an Deck für einen Steward. Zum Frühstück im Grand-Pazifik-Restaurant muß man schon sehr viel Zeit mitbringen: 10 Minuten um überhaupt mal einen Tisch zu bekommen. Das Restaurant war halb leer, man wurde aber trotzdem mit anderen Gästen zusammen an einem Tisch plaziert. Bis der Kaffee kommt dauert es weitere zehn Miunten, sollte man Mich oder Zucker zum Kaffee haben wollenn dauert es weitere 10 Minuten. Mittlerweile ist der Kaffee kalt. Das Rührei wird dann auch irgendwann gebracht. Möchte man Salz oder Pfeffer haben dauert es weitere 10 Minuten, ach ja der Toast kommt auch irgendwann mal, aber ohne Butter. Die Butter kommt wenn Toast und Rührei kalt sind. Wenn der Manager auf diese Misere aufmerksam gemacht wird, macht er ein bedröppeltes Gesicht, entschuldigt die Unannehmlichkeiten und schiebt alles auf den Virus, der an Bord grassiert. Wie wir von mehreren Gästen erfahren haben, ging es nicht nur uns so. Das erklärt auch, warum so viele Gäste lieber die Unannehmlichkeit des SB-Restaurants in Kauf nahmen als sich richtig bedienen zu lassen und das Garden-Cafe somit permanent und hoffnungslos überlastet war. Das Abendessen haben wir einmal im Alizar eingenommen. Auch hier wieder der Hinweis es gäbe keine 2-Tische und ob wir mit anderen Gästen den Tisch teilen möchten. Dieses Abendessen war sehr interessant. Einer unseren Tisch-Nachbarn erzählte von seinem Besuch in einem der vielen Bezahl-Restaurants, die es an Bord gibt. Der Aufpreis liegt zwischen $10 und $25 Dollar. Trinkt man einen Wein, kostet das weitere $10 Aufschlag. Ist es ein besonderer Wein, kommen nocheinmal $10 Aufschlag auf den Aufschlag des Aufschlags. Alles in allem kann man in einem Bezahlrestaurant nochmal locker $100 bis $150 loswerden. Zu unserem Abendessen im Alizar wollten wir ein Glas Wein trinken. Uns wurde auf mehr oder weniger charmante Weise eine Flasche für $27.60 verkauft, die wir aber auch in einem anderen Restaurant austrinken könnten. Wir bekamen einen Zettel auf dem unser Wein, also White Zinfandel halb volle Flasche vermerkt war. Ob das funktioniert? Wir waren gespannt. Das Essen war okay, nicht besonders hübsch dekoriert, aber ausnahmsweise gut gewürzt. Auch die Portionen waren nicht sehr üppig, aber so passte dann halt noch ein Dessert. Das war das einzige Mal das wir im Alizar zu Abend gegessen haben. An den anderen Abenden haben wir die Speisekarte studiert und festgestellt, das uns nichts ansprach. Immer wieder irgendwelchen exotischen Kreationen, von den wir noch nie gehört hatten. Früchte zum Fleisch oder Fische von denen wir noch nie etwas gehört haben. Auch der ewige Cesars Salat verliert irgendwann den Reiz. Aber nachdem wir dann auf unseren Landgängen spanische und portugiesische Küche getestet hatten, hatten wir des Abends meist eh nur noch Hunger auf einen Snack. Die 'Blue Lagoon' war wohl für diesen Zweck konzipiert, 24 Stunden geöffnet, mit Fingerfoods wie Chickenwings mild oder scharf oder einem Burger oder dem unvermeidlichen Cesars Salat. Am Eingang war ein Schild 'Please wait to be seated', was soviel heißt: Bitte warten Sie, sie werden zu ihrem Platz geführt. Die erste Frage der jungen Dame war, warum wir nicht ins Alizar oder ins Grand-Pacific-Restaurant gehen wollten. Nicht besonders einladend! Als wir ihr sagten wir möchten hier essen, wurden wir dann in einem leeren Restaurant an einen Tisch am Fenster geführt. Jetzt wollten wir unseren Wein vom Abend vorher trinken, also legten wir den Schein auf den Tisch. Sie sah etwas überfordert aus, bat uns etwas zu warten. Derweil kam eine anderes junges Mädchen und nahm unsere Bestellung auf. Mittlerweile kamen unser Wein und auch Gläser wurden gebracht. Wir begutachteten die Flasche und der Wein wurde in die Gläser gefüllt. Beim Anstoßen bemerkte mein Mann die Lipenstiftspuren zuerst auf meinem Glas und dann auch auf seinem Glas. Wie oben beschrieben, wurde man laufend desinfiziert. Und jetzt der Wein in schmutzigen Gläsern. Wir riefen die Kellnerin, die neue Gläser brachte und den Wein aus den schmutzigen Gläsern in die sauberen goss. Sehr hygienisch, und da hilft es bestimmt, dass wir mind. 12x am Tag desinfiziert wurden! Erwähnenswert ist wohl auch, das wir öfters Besteck in Servietten verpackt fanden, das nicht sauber war. Der Löffel für das Dessert war auch schmutzig, und erst beim Nachfragen bekamen wir das richtige Dessert. Am letzten Abend im Garden-Restaurant beobachtete ich, das das Gefäß für Erdbeersoße aufgefüllt wurde, weil es leer war. In einem guten Restaurant werden leere Gefäße, Schüsseln usw. ausgetauscht und nicht aufgefüllt. Nachdem der Löffel der Erdbeersoße komplett Baden gegangen war, wurde er mit den Fingern abgewischt und weiter benutzt. Hin und wieder fanden sich auch schonmal Haare im Rührei. Soviel zur Hygiene und Sauberkeit in den Restaurants und beim Personal, während den Gästen neben der permanenten Ansprüherei auch durch Borddurchsagen, das Fernsehen und Flyern permanent ein schlechtes Gewissen bzgl. ihrer Reinlichkeit gemacht wurde.
Wir haben uns eine Show im Stardust Theater angesehen. Da ging es um einen Gesangswettbewerb. Zwei Damen und zwei Herren sind gegeneinander angetreten und dann wurde nach dem Prinzip 'Superstar' immer jemand rausgewählt. Jedes einigermaßen gute Animationsteam in irgendeinem europäischen Urlaubshotel hätte das auch gekonnt. Die Comedy-Shows sind nicht unser Ding. Um amerikanische Comedy zu verstehen, muß man tiefe Einblicke in Land, Leute, Politik, Sport und Society haben. Auch der Magier hat uns nicht interessiert. Ab 23 Uhr gab es dann in der Spinnaker Lounge einen DJ. Das war uns aber zu spät. Da das Schiff meist um 8.00 Uhr morgens angelegt hat, und man den Tag an Land nutzen wollte. Wir sind nach einem Bummel übers Schiff gegen 23.00 in der Kabine gewesen. In der Medusa-Lounge wurde zwar mehr oder weniger jeden Tag Tanz-Musik gespielt, allerdings nur immer für eine kurze begrenzte Zeit und auf einer sehr kleinen Tanzfläche. zudem ist die Medusa Tanzfläche wie eine Bühne angelegt, mit allen Sitzgelegenheiten zur Tanzfläche geneigt. Wahrscheinlich konnte man deshalb bestenfalls ein oder zwei tapfere Paare beobachten, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machten. In der Bord-Bibliothek hätte man Bücher leihen können, brauchten wir aber nicht. Ebenso gab es einen Raum auf Deck 12 indem man Spiele spielen konnte. Tagsüber wurde auch in den Bars und Lounges Klavier oder Gitarre gespielt und gesungen. Ab und zu konnten wir Kinder beobachten, die mit einer Betreuerin, singend durchs Garden-Cafe gezogen sind. Ab da wir keine kleinen Kinder mehr haben, war unser Interesse an den Gegebenheiten gering. Ein Spielcasino ist ebenfalls an Bord, dass wir aber lediglich als 'Raucherecke' bei schlecht Wetter nutzten. Den Cigar-Club, als einzigen anderen Ort neben eigener Kabine und Casino, in dem man innen hätte rauchen dürfen, haben wir trotz intensiver Suche in den 9 Tagen unserer Reise nicht gefunden.
Es gib eine Betreuung für Kinder an Bord, die auch reichlich frequentiert wurde. Ich konnte das beobachten, weil der Kinder Club auf Deck 12 in der Nähe des Garden-Cafe war. Ob allerdings Pizza, Pommes und Hamburger eine kindgerechte Ernährung sind, wage ich zu bezweifeln. Mehr habe ich nicht gesehen, aber auch nicht richtig interessiert, da ich keine kleinen Kinder habe.
Auf Deck 7 war die Walking Strecke und auf Deck 13 war die Joggingstrecke. Wenn man auf Deck 7 das Schiff 2 3/4 mal umrundet hatte, war man einen Meile gewalkt. Da war auch immer viel Betrieb. Außerdem haben wir ein Fitness-Studio von außen gesehen. Aber nachdem wir in den europäischen Häfen unsere Ausflugsziele selber zu Fuß erkundet haben, brauchten wir kein Fitness-Studio mehr. Zum Wellness-Bereich kann ich nur die Aussage machen, mir war es zu teuer. Eine 25 Minuten Massage und eine 25 Akupunktur Behandlung sollten im Angebot nur $105 kosten, man hatte $45 gespart. In den Vorankündigungen im Freestyle Daily gab es auch Pilates-Kurse, alles gegen Gebühr, habe keine Preisliste. Der Pool-Bereich außen war sauber und auf der Kabine lagen Handtücher, die für den Pool-Bereich bestimmt waren. Zum Kauf angeboten für $25 Dollar und am Pool hätte man sie gegen trockene tauschen können. Wir haben die Handtücher ungebraucht zurück gegeben.
Beim Check-in wurden wir über den Virus informiert. Uns wurde freigestellt, ob wir die Kreuzfahrt antreten oder nicht. Wir hätten die Kreuzfahrt zu einem späteren Termin machen können. Allerdings wurde uns nicht gesagt, wer die Kosten für An-/Abreise (Flug: Frankfurt/Barcelona) oder den vertanen Urlaub übernehmen würde. Da mein Mann und ich gut bis sehr gut englisch sprechen hatten wir keinen Verständigungsprobleme auf dem Schiff. Die Freundlichkeit der Mitarbeiter war sehr unterschiedlich. Unsere Kabinenestewards waren sehr nett. Das Personal an der Rezeption war teilweise sehr inkompetent. So wurde auf die Frage nach Internet-Benutzungsgebühren falsche Auskünfte gegeben. Z. B. 50 min Internet für $100 statt wie, nach hartnäckigem Nachfragen, hinterher berichtigt 100 min für $55 plus Servicegebühr von $3.95 Typisch auch, dass sich niemand für diese anfängliche Fehlinformation entschuldigte. Allerdings wird das Internet-Konto am Vorabend des Check-outs um 21.00 abgeschaltet. Wir hatten noch 13 Minuten auf unserem Konto, das Geld war futsch. Hätten wir mehr und länger gesurft, hätten wir mehr bezahlen müssen. Auf meine Beschwerden wegen der fehlende Kaffeemaschine, des schlechten Service beim Frühstück im Grand Pacific wurde nur gesagt, das ist halt so: Anweisung von der Zentrale in Miami oder wegen des Virus der an Bord sei. Als ich mich über den mangelhaften Service im 'Blue Lagoon' beschwert habe, wurde der Manager gerufen. Er lud mich dann ein, auf seinen Kosten mexikanisch zu Essen. Wer alllerdings einen nervösen Magen hat oder die Mexikanische Küche schlecht verträgt, dem nützt das nichts. Die versprochene Flasche Wein der deutschen Reisebetreuerin Frau K. als Entschädigung für den schlechten Sevice, haben wir nicht erhalten. Als ich sie am letzten Abend darauf hinwies, war sie wohl zu ratlos, um darauf einen gescheite Antwort zu geben. Auch beim Tourbüro ist uns eine gewisse Resistenz gegen gutgemeinte Ratschläge entgegeschlagen. Auf unsere Anregung bei der Tourvorstellung am ersten Tag zu sagen, verschiedene Touren könne man auch in deutscher Sprache buchen, antwortete die junge Dame, wir hätten ja am Tourschalter fragen können. Da standen aber zum entscheidenden Zeitpunkt mind. 60 Leute und wir hatten keine Lust unseren Urlaub am Tourschalter zu verbringen. Zudem wurde in der Präsentation ausdrücklich darauf hingewiesen, das englische Formular nur einzuwerfen. Zwischendurch ist auch noch das Buchhaltungsprogramm abgestürzt, sodass ungefähr 1000 Kreditkarten neu eingelesen werden mußten. Neben den Unannehmlichkeiten und Wartezeiten, die mit einem solchen Massenansturm an die Rezeption verbunden sind, kommt noch der Vertrauensverlust bezüglich der Zuverlässigkeit des bordeigenen Buchungssystems. Beim Check-Out werden die Passagiere nach Dringlichkeit ihrer Flugreisen oder Hotelübernachtungen in Farbkategorien aufgeteilt. Das dazu gehörige Schreiben wurde uns in dt. und eng. Sprache in die Kabine gelegt mit den farblich passenden Kofferschilder. Das war relativ reibungslos, wir sollten uns im Atrium einfinden. Ab 7.00 morgens gab es die Durchsagen für die einzelnen Farben über die Bordsprechanlage. Wer früher abgereist ist, mußte sich auf seine Uhr verlassen. Wir verließen das Schiff mit unserer Bordkarte über die Gangway, haben unten im Terminal unsere Koffer vom Band genommen. Danach wurden wir zu einem Bus dirigiert, der uns zum Flughafen bringen sollte. Das Gepäck mussten wir wie schon bein der Hinfahrt selber in den Bus laden.
40
Leger
Family & Fun
schlecht
Für Afrika würde ich persönlich wieder mind. eine Tour buchen. Mit einem kompetenten Führer lernt man viel über Land und Leute und sieht mehr als nur die Hafenumgebung. In Funchal haben wir für einen roten 'Funchal-Tourbus' €12 p.P. bezahlt. Die reine Tour dauert ca 1,5 Stunden. Man kann aber an jeder der 15 Haltestellen rausspringen sich umschauen und in den nächsten Bus, der 15 min später kommt, wieder einsteigen. Über Ohrhörer wird in verschiedenen Sprachen alles über die Ortschaft und das Land erzählt. Es gibt schöne Fotostopps. Auch die Seilbahnfahrt lohnt sich. Kostenpunkt fur Hin- und Rückfahrt waren € 15. Oben kann man sich dann eine CD für € 10 mit Bild kaufen, haben wir aber nicht gemacht. Dieselbe Firma veranstaltet auch in Las Palmas und Malaga Ausflüge. Die Preise dürften ähnlich sein. Das große Einkaufszentrum in Las Palmas ist ein ganz normales Einkaufszentrum mit ganz normalen Läden wie H & M oder Douglas und daher ziemlich uninteressant. In Malaga sollte man den Weg zur Festung nicht unterschätzen. Man braucht gutes Schuhwerk und sollte was zu Trinken mitnehmen. Was der Eintritt in die Festung kostet, konnte ich nicht feststellen. Vor den Automaten war zu viel Betrieb. Aber die Aussicht über Malaga ist sehenswert. Wir waren vom 5. - 14. 2. unterwegs und hatten in den Häfen Glück mit dem Wetter. Bis auf Malaga, wo es gegen 16 Uhr anfing zu regnen, schien entweder richtig schön die Sonne mit Temperaturen bis zu 30 Grad (Las Palmas) oder es war zumindest trocken. Auf dem Schiff braucht man meistens eine Jacke, weil immer irgendwo der Wind weht. Einen Lieblingsplatz auf dem Schiff hatte ich nicht. Anfangs waren wir viel auf Deck 12, von dort kann man aufs Meer sehen. Das Ein- und Auslaufen des Schiffes in die Häfen ist auch immer interessant.