Wir sind für Sie da.
MSC Magnifica: Von außen hui … Wir fuhren vom 1.5. bis zum 10.5.2013 auf der MSC Magnifica von Hamburg ab über Schottland, England, Frankreich, Belgien, Niederlande und wieder zurück nach Hamburg. Eine tolle Route für uns als Hamburger und dies auch noch mitten in den Schulferien. Wir, das sind 4 Personen, die Eltern Anfang/ Mitte 40 und die Kinder, zwei Jungs, 8 und 5. Vielleicht sollten wir noch anmerken, dass dies bei weitem nicht unsere erste Kreuzfahrt war und wir schon viele Male allein, oder auch mit den Kindern auf Kreuzfahrten (AIDA, Carnival) waren. Die Intention für die Reise mit der MSC Magnifica war, die Reederei MSC mal auszuprobieren, da auch wir durch deren Preiswerbung immer das Gefühl hatten, dass wir, z.B. auf der AIDA, doch mehr als üblich zahlen würden. Auch das neue, große (95.000 BRT) und von außen doch schicke Schiff wollten wir einmal ausprobieren. Um es schon einmal vorauszuschicken, wir waren maßlos enttäuscht! Auch über die Pensionärs- Dichte – mitten in den Schulferien- , die wir ansonsten nur von den Kanaren- Routen kennen, waren wir sehr überrascht. Schiff: Von außen ja recht schick. Auch an der Kabine gab es nichts, wir hatten uns für eine Familiensuite (Kabine 10074) entschieden, auszusetzen und der Kabinenservice war in Ordnung. Angenehm ist der morgens noch kostenlose Roomservice, sodass man sich das Frühstück (das recht eingeschränkte kontinentale Frühstück auf jeden Fall) auf die Kabine bringen lassen konnte. Insbesondere schön, wenn man morgens erst einmal einen Kaffee oder Tee auf Kabine genießen möchte. Negativ fiel uns jedoch auf, dass die öffentlichen Decks recht niedrig von der Raumhöhe und sehr dunkel sind. Dies kennen wir von solch neuen Schiffen eigentlich besser, luftiger gelöst und vermittelt auf der Magnifica leider einen insgesamt altbackenen und muffigen Gesamteindruck. Essen: Und hier sind wir beim eigentlichen Problembereich. Eigentlich dachten wir ja, mit den festen Tischen beim Abendessen einen riesen Vorteil, insbesondere mit 4 Personen, gegenüber der dann doch recht nervigen Tischsuche auf den AIDAs zu haben. Dies hilft jedoch dann leider wenig, wenn die dort angebotene Qualität der großmundig und hochwertig auf der Speisekarte offerierten Speisen noch nicht einmal mehr mit unterem Mensa- Niveau konkurrieren kann!!! Über Geschmack wird man vielleicht noch streiten können, über Qualität jedoch nicht! Qualitativ miserabel, in Haute-Cuisine mäßig minimalischen Portionen dargereicht und dann auch noch unschön präsentiert. Dies zum Thema der Hauptrestaurants. Aber auch das anfängliche Ausweichen auf die Buffetrestaurant half uns nicht weiter. Qualitativ war dies ebenfalls keine Verbesserung, das Angebot mehr als bescheiden und definitiv NICHTS wirklich Leckeres dabei. Morgens waren einzig die Eierspeisen überhaupt essbar. Die ganze Familie hatte nach 10 Tagen einen regelrechten Eiweißschock und sogar meine Jungs aßen morgens nur noch Spiegeleier. Zum Mittag gab es abgepackte Hamburger/ Cheeseburger/ Hot Dogs, die konnte man gerade noch essen. Nudelgerichte (Pampe), Fleischgerichte (würde bei uns wohl nur für Tierfutter weiterverwendet werden), Pizza (war laut unseren Kinder ungenießbar, jede Tiefkühlpizza besser) waren die Alternativen nicht nur beim Mittagessen. Wer sich mit Obst über Wasser halten wollte, wurde ebenfalls enttäuscht, denn viel des angebotenen Obstes kam direkt aus der Konserve. Die Salatbar war in Ordnung. Glücklicherweise war das Mittagessen, wegen der Landgänge, jedoch nur selten nötig. Übrigens, in den Buffetrestaurants erhalten Sie ihr Essen auf Plastikgeschirr. Na dann, frohes Campen! Wer auch nur ein Mindestmaß an Anspruch auf ein genießbares Essen in seinem Urlaub hat, ist auf der MSC Magnifica definitiv falsch aufgehoben. Unterhaltung: Worauf ja alle Reedereien abheben, ist ihr tolles Unterhaltungsprogramm, insbesondere im Theater die großen Shows. Wir haben auf der MSC Magnifica derer 2 gesehen und hätten die Zeit lieber anders verbringen sollen. Dies lag nicht an den Solisten, Tänzern oder Akrobaten, diese waren gut. Die Choreografie war jedoch unterirdisch. Bei "Dracula" z.B. kamen nach einem Solo plötzlich völlig unvermittelt eine Akrobatin usw., keinerlei Dramaturgie etc., schlechte Songauswahl, kein Konzept, völlig zusammengestückelt. Da ist man von anderen Reedereien doch wesentlich besseres gewöhnt. Anderes Thema waren die Bands in den Bars. In der Tiger- Bar, der Haupt-Bar an Bord, wechselten ein wirklich klasse Schlager- Pop- Standard- Duo mit einer absolut schlechten 3 Mann Band, bei der der Sänger nicht singen konnte und auch die beiden Anderen das Musizieren lieber gelassen hätten. Bestes Beispiel war einmal die Übergabe des Schlagerduos, bei toller Stimmung und voller Tanzfläche an die 3 Mann Band. Innerhalb nur eines Liedes war die Tanzfläche leer und die Stimmung weg. Ähnliches in der Topazio Bar. Ein wirklich guter Solist und ein Duo, bei dem er zwar gut singen konnte, sie jedoch nur der Meinung war singen zu können. Sie konnte keinen Ton halten und alles, was sie von sich gab, hörte sich absolut schräg an. Wir kamen zu dem Fazit, dass ihr wirklich guter Partner sie wohl nur als Wärmflasche mitgenommen hatte, so ein Engagement dauert ja auch schließlich seine Zeit und da möchte man versorgt sein. Zu der Discothek (T32) muss man hier auch dringend ein Wort verlieren. Richtig schick und man hätte dort wirklich was Tolles machen können, wenn der gelangweilte Discjockey auch etwas zum Tanzen gespielt hätte. Stattdessen kam nichts Tanzbares heraus und er verkünstelte sich in Übergängen zwischen Liedern, die man nach ca. einer 1/2 Minute überhaupt erst erkannte. Meine Frau bat in 2x um etwas Tanzbares, nach 3 Besuchen dort kamen wir nicht mehr. Übrigens, die Tanzfläche war IMMER leer, wie auch die gesamte Discothek mit um die 10 Personen nicht unbedingt als üppig gefüllt zu bezeichnen war. Was waren das noch für Tanzabende auf der AIDA! Auch ein Wort verlieren muss man über die "Unterhaltungschefin". Ein Feldwebel ist nichts dagegen und wegen der "Internationalität" der Gäste wurden ALLE Ansagen immer in English, Deutsch, Italienisch, Russisch usw. gemacht. Echt nervig! Und darin waren sich auch so ziemlich alle vertretenen Nationen einig. Kinderbetreuung: Diese war durchaus sehr positiv. In der Regel waren immer um die 6 wirklich nette und bemühte Betreuer bei den Kindern. Leider beschränkte sich die Betreuung jedoch auf den Kids-Club mit Spielen und Basteln sowie den danebenliegenden Raum für Videospiele (X-Box, Wii). In der zu Beginn der Fahrt ausgehändigten Broschüre waren noch eine Talent- Show, "Wir machen eine Zeitung", sportliche Aktivitäten draußen (wäre wettermäßig auch durchaus möglich gewesen), Familien- Karaoke und Familien- Disco usw. aufgeführt, die leider alle nicht stattgefunden haben. Nichtsdestotrotz waren unsere Jungs von dem Thema Kinderbetreuung sehr angetan. Photoshop: Bilder nicht besonders, aber dafür möchten sie gerne 20 € !!! pro Bild. Normal sind 10 € und da überlegt man es sich schon. Wir haben nur ein Bild gekauft und zwar das von der Einschiffung. Da waren wir immerhin noch froher Erwartung. Ausflüge: Hier können wir nur wenig dazu sagen, wir hatten nur einmal einen Transfer gebucht. Der war dafür aber mit 52 € für 4 Personen bei 2 Kindern extrem teuer (die Taxifahrt hätte Hin- und zurück ca. € 20,- gekostet), weshalb wir danach auch nichts mehr buchten. Auffallend war jedoch, dass es a) pro Destination relativ wenige Ausflüge gab und b) solch tolle Sachen wie Reiten, Quad fahren, Segway etc., auf der AIDA wirklich das Salz in der Suppe, auf der MSC völlig fehlten. Kosten: Wie oben auch schon beschrieben war einer unserer Gründe für die Reise auch das Gefühl, dass die MSC generell günstiger ist als eine vergleichbare AIDA. Dies lasen wir von schlauen Menschen auch im Vorfeld in einzelnen Foren. Dass man auf den gebuchten Preis noch ein Getränkepaket und Servicegebühre rechnen muss, dass steht dort natürlich nicht. Wahrscheinlich stehen solche Kommentatoren der MSC etwas näher als gewünscht, denn nachdem wir unser Getränkepaket für über 620 € und noch das Serviceentgeld von über 100 € auf den vermeintlich günstigen Preis aufrechneten, lagen wir durchaus auf vergleichbarem A IDA- Niveau! Fazit: Einmal und nie wieder. Wir hörten im Vorfeld noch, dass die MSC über der Costa angesiedelt ist und somit sind beide Reedereien für uns zukünftig, egal zu welchem Preis, nicht mehr akzeptabel. Hätten wir eine Reiserücktrittsversicherung gehabt und gewusst, was uns erwartet, wir wären von der Reise zurückgetreten, was ich wirklich jedem nur empfehlen kann!!! Es gibt ja noch das eine oder andere Auslaufen aus dem Hamburger Hafen - Kleine Anekdote anbei: Am Tiefpunkt meiner persönlichen Empfindungen war ich am Abend vor unserer Ankunft in Le Havre. Als ich am Morgen die Vorhänge zurückzog, wir waren am Morgen in Le Havre eingelaufen, fiel mein Blick direkt auf die AIDAsol, die gegenüber festgemacht hatte. Die ganze Familie überlegte sich, rüberzugehen und Asyl zu beantragen, wie auch viele Mitreisende. Auch die AIDAsol war auf dem Weg nach Hamburg! Und übrigens, nicht dass sie denken wir hätten uns nicht beschwert?! Dies taten wir zur Mitte der Reise bei der Rezeption und bei der deutschsprachigen Reiseleitung. Die Kontaktaufnahme der von diesen avisierten Verantwortlichen unterblieb jedoch.
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