Wir sind für Sie da.
Leider ist die Marketingabteilung von Cunard wohl die beste Abteilung. Wir haben das Schiff lange nicht so elegant, luxuriös und gediegen empfunden wie es immer in der Werbung dargestellt wird. Passagieren zufolge, die sehr oft auf diesem Schiff gefahren sind, hat die Qualität sehr nachgelassen.Vielleicht wird es ja wieder besser. Wir würden das Schiff für eine Weltreise nicht empfehlen. Für unseren Geschmack war es zu langweilig wegen der ständigen Wiederholungen, zu unfreundlich in der generellen Haltung Weltreisenden gegenüber, zu sehr auf Kostensparen ausgerichtet. Durch die "Verramschung" der Reisen kommt ein Publikum an Bord, welches man auf diesem Schiff nicht erwartet.
Die Route ging über die unten aufgeführten Häfen, wobei Barbados für Grenada, Goa für Cochin und Alexandria für Suknah ausgetauscht wurde. In Le Havre wurde gestreikt, deshalb wurde Cherbourg stattdessen angefahren. Leider ist die QM2 so gross, dass sie in vielen Häfen nicht an das Passagierterminal fahren konnte, sondern stattdessen im Cargoterminal lag und man einen Shuttlebus-Service in Anspruch nehmen musste um den Hafen zu verlassen. Es waren zwischen den einzelnen Häfen zu viele Seetage und die Zeit in den einzelnen Häfen war zu kurz. Da wir in Fort Lauderdale von der Queen Victoria auf die QM2 umgestiegen sind, haben wir diesen Hafen aus Zeitgründen nicht verlassen können. (Das Umsteigen hat den ganzen Tag in Anspruch genommen).
Wir haben meistens unsere eigenen Ausflüge gemacht. Ausflüge vom Schiff waren folgende: In Rio Sambashow am Abend, Yokohama, Bangkog, Cochin.
Das Schiff ist 5 Jahre alt und man merkt dieses Alter an den allgemeinen Abnutzungserscheinungen. Die generelle Sauberkeit, besonders im Selbstbedienungsbereich lässt sehr zu wünschen übrig. Während des Ausbruchs des Noroviruses wurde mehr auf Sauberkeit geachtet, danach aber wieder nachgelassen. Besteck musste öfters moniert und ausgetauscht werden. Die verschiedenen Gastronomiebetriebe (Pub, Café, Bar, Kasino) boten viel Platz, waren aber keine abgeschlossenen Bereiche, sodass eine mitunter unerträgliche Kakophonie der verschiedenen Geräuschkulissen entstand. Die "Flaniermeile" bot viele hochklassige Geschäfte, wie z.B, Hermés, H. Stern, es fehlte aber wohl an Gästen, die dort einkaufen mochten, denn sie waren fast immer leer. Da Cunard wohl viele Reisen "last minute" günstig anbieten musste, war das Niveau der Gäste nicht der Werbung entsprechend elegant und gediegen.
Wir hatten eine Balkonkabine, Nr. 8116, auf Deck 8 im hinteren Teil. Bei der Buchung hatten wir darauf geachtet, nicht eine der Kabinen im Mittelteil des Schiffes zu buchen, da diese eine Sichtbehinderung im Katalog angegeben hatten. Wie sich herausstellte war unsere Kabine dennoch in der Sicht eingeschränkt, da wir auf das Deck und den darauf platzierten Rettungsdingies mit ihren Kränen blickten. Ausserdem war unsere Sicht in Fahrtrichtung trotzdem durch die Rettungsboote behindert. Jeden Morgen um 6.30 Uhr wurden wir von den Deckkräften geweckt, die die Liegestühle bereitmachten und das Deck abspritzten. Nach einer Beschwerde wurde dann wenigstens nicht mehr dabei laut geredet. Manchmal wurden diese Arbeiten auch mitten in der Nacht ausgeführt, wobei eine Pumpe zum Einsatz kam, die sich anhörte, als ob ein Staubsauger benutzt wurde. Die Vibration in der Kabine war schwer zu ertragen, man konnte uns auf der gesamten Reise allerdings keine Alternative bieten, sonst wären wir gerne umgezogen. Abgestossene Möbel haben wir austauschen lassen, damit man sich z.B. am Tisch nicht die Kleidung zerreisst. Unser Kabinensteward bis Singapore war sehr gut, danach übernahm ein Steward die Reinigung der Kabine und der Standard ließ sehr nach.
Es gab genügend Bars, Restaurants und alternative Speisemöglichkeiten. Das "King's Court" Selbstbedienungsrestaurant bot 4 verschiedene Abteilungen. Das Essen war gut, die Aufteilung der einzelnen "Inseln" katastrophal. Um sich eine Tasse Tee zuzubereiten, musste man an einer Stelle seine Tasse holen, zu einer anderen Stelle den Teebeutel holen, an wiederum einer anderen Stelle das heisse Wasser zapfen und dann wieder an einer anderen Stelle Milch und Zucker hineingeben. Durch die Enge zwischen den Tresen und zu wenig Abstellmöglichkeiten für die Tabletts war es manchmal kaum zu vermeiden, dass es zu Zusammenstössen kam. Der Boden war teilweise gefliest und somit rutschig. Da das Restaurant nur wenige Sitzplätze am Fenster bot, waren zu Stosszeiten kaum Plätze an den Fenstern zu haben und man musste in den dunklen Bereich in der Mitte ausweichen. Das Ambiente des Selbstbedienungsrestaurants hatte etwa den Charme einer Kantine. Das Hauptrestaurant war riesengross über 3 Etagen, aber trotzem gemütlich. Die Speisen dort waren sehr gut, wiederholten sich aber natürlich mit der Zeit. Der Service an unserem Tisch war sehr gut, von anderen hörte man teilweise Beschwerden. Zum Frühstück im Restaurant konnte man mit viel Glück einen hervorragenden Service erleben, teilweise war es aber auch furchtbar... vertauschte Bestellungen, freche Kellner, vergammeltes Obst, lange Wartezeiten u.s.w. Es gab die Möglichkeit am Abend nach Vorrausbestellung in den verschiedenen Restaurants zu speisen. Italienisch im La Piazza, Asiatisch im Lotus, Grill in The Carvery und Showkochen im Chefs Galley. Alle waren sehr gut. Die Menues wechselten zwar, aber nach so langer Zeit an Bord wiederholte sich natürlich alles.
Nachtclub mit der Band Vibz: Laut, kalt, dunkel, verqualmt. Queens Room Ballsaal: Orchester: laut, Musik: Standardtänze, die meisten Paare auf der Tanzfläche bestanden aus Gentlemen Hosts und alleinreisenden Damen. Nette Dekoration zu den verschiedenen Bällen. Theater: Sänger und Tänzer: Langweilig. Verschiedene gute Entertainer wie Zauberer, Bauchredner, Hackbrettspieler sehr gut, aber meistens nur einen Auftritt pro Teilstrecke. Viele englische Komödianten, die auch dann nicht für nicht Engländer komisch waren, wenn man die Sprache perfekt beherrscht. Illuminations: Planetarium mit 4 Shows, die alle gut waren, aber eben nur 4 Shows. Kinofilme: gut, aber wenig neue Filme. Klassische Konzerte und mehr oder weniger interessante Vorträge auf Englisch. Casino: Für "Zocker" gut. Lions Pub: Karaoke, Jazzmusik, Quiz. Sehr gute Bibliothek auch mit deutschen Büchern.
Das Spa war wunderbar, aber nicht ganz billig: Riesiges. warmes Becken mit verschiedenen Massagedüsen, Wasserfall, Whirlpool, Sauna, Dampfbad, verschiedene Duschen, Eisbrunnen. Fitnessraum gut eingerichtet, sauber, kostenlos. Sportangebote gegen Bezahlung: Yoga, Stretching, Fit over 50, Spinning u.s.w. Pools: Innen, mit der Möglichkeit, das Verdeck zu öffnen (hat die ganze Reise nicht funktioniert), 2 Pools an Deck (nicht sehr einladend, weil eine dicke Schicht Sonnencreme obenauf schwamm oder nach der "Äquatortaufe" schwer sauberzumachen). Kleiner Pool auf dem Sonnendeck (nur ca. 50 cm tief), Whirlpools und Kinderpool. Es gab die Möglichkeit, auf Deck einmal um das Schiff zu laufen. Für Jogging nicht so sehr geeignet, weil viele Leute mit verschiedenen Geschwindigkeiten unterwegs waren. Aus Rücksicht auf Andere sollte nicht vor 7 Uhr gelaufen werden, es haben sich aber nicht alle daran gehalten.
Der Check-In in Southampton auf die Queen Victoria verlief ohne Probleme, weil der Flug von Berlin verspätet war und es keine Warteschlangen mehr gab. Der Wechsel von der Queen Victoria auf die Queen Mary 2 in Fort Lauderdale war eine Katastrophe: Stundenlange Wartezeit um von Bord zu gehen, wiederum stundenlange Wartezeit um an Bord zu gehen. Keine Organisation, totales Chaos. Der ganze Tag war verloren! Beim Betreten der QM2 keine Begrüßung, keine Begleitung zur Kabine, ja noch nicht einmal Personal zum Fragen! Wir haben einen langen Beschwerdebrief an die Präsidentin von Cunard geschrieben, die wir auch in Sydney getroffen haben, aber ausser einem "so sorry" und einem Bordguthaben von $ 75,00 schien es sie nicht weiter zu interessieren. Wir haben mit der Sprache keine Probleme gehabt, haben allerdings viele deutschsprachige Passagiere gesprochen, die sich nicht gut verständigen konnten und die mit der deutschsprachigen Hostess nicht zufrieden waren. Generell hatten wir den Eindruck, dass man zwar gerne Reisen an Deutsche, Spanier, Franzosen und Niederländer verkauft, sich aber keine Mühe gibt international zu sein.
60
Formell
Klassisch & elegant
schlecht
Auf gar keinen Fall früh buchen, da es "last minute" Angebote gibt, die weit unter der Hälfte des Reisepreises liegen. (Jedenfalls solange die Wirtschaftskreis anhält). Anstelle Deck 8 lieber Deck 10 für eine Balkonkabine wählen. (Ist auch nicht viel teurer, aber die Sicht ist nicht so behindert). Das größte Plus der QM2 ist die geringe Bewegung bei rauher See. Wenn ein bißchen Schaukelei einem nichts ausmacht, finden wir die Queen Victoria die bessere Wahl.