Wir sind für Sie da.
Einiges von unserer Kritik hatte mit der Premierenfahrt und dem noch nicht eingespielten Personal zu tun. Das war auch in Ordnung; wir hatten damit gerechnet, dass noch nicht alles perfekt funktioniert und eingespielt ist. Vieles davon wird - und kann - sich jedoch auch in Zukunft auf diesem Schiff nicht ändern, weil die Gegebenheiten auf der Magnifica und auch das Konzept der MSC das nicht zulassen. Die Magnifica ist in sich viel lauter und auch unruhiger als z.B. die NCL Schiffe. Dies liegt möglicherweise an der Bauweise – die Magnifica ist halt keine „deutsche Wertarbeit“ aus der Papenburger Meyer-Werft wie z.B. die Gem oder die Jade. Das ist auch z.T. bei der Verarbeitung sichtbar - und das ist schade! Wir werden im November 2010 die nächste Reise unternehmen. Das wird eine Transatlantik-Kreuzfahrt von Venedig nach New York. Nach unserer unangenehmen MSC Erfahrung werden wir wieder mit der NCL Gem reisen. Unserer Meinung sind die Euro's, die man bei der MSC spart, die schlechtere Qualität beim Essen, den Bordeinrichtungen und beim Essen im Vergleich zur NCL nicht wert...
Das Schiff wurde auf der Premierenfahrt von der Werft in St. Nazaire (Frankreich) über Cherbourg - Dover - Amsterdam nach Hamburg überführt, wo die Taufe stattfand
Ausflüge wurden von uns selbst organisiert. War überhaupt kein Problem und sehr schön.
Das Schiff wurde 2010 in Frankreich gebaut. Es ist knapp 300 m lang, 32 m breit und hat 13 Passagierdecks. 2.500 Passagiere finden Platz und dort arbeiten knapp 900 Besatzungsmitglieder. Auf den obersten Decks mussten bereits Anschlüsse abgeschliffen und neu abgedichtet werden, die bereits verrostet waren. Die Bordshops wurden auf dieser Reise gar nicht geöffnet - angeblich fehlte der Reederei dafür die Authorisierung vor der Taufe. Viele Passagiere - wir auch - glauben, dass das eine Ausrede war!
Wir hatten eine Balkonkabine auf Deck 11, Backbord, mittschiffs. Die Kabine war schön eingerichtet; Platz für die Koffer war unter dem Bett. Klimaanlage war vorhanden, Safe ebenfalls. Der Fön befindet sich – direkt neben dem Tablett mit Mineralwasser und Gläsern etc. – in der Schreibtischschublade. Das ist schon sehr unappetitlich! TV mit mehreren deutschen Sendern. Das Badezimmer war ganz in Ordnung - bis auf den Duschvorhang: Ich war bis zu dieser Reise der Meinung, dass die Zeit für kuschelbedürftige, eklige Vorhänge, die während des Duschens ständig an einem kleben ein für allemal vorbei sei. Bei der MSC ist der Preis für Duschkabinen scheinbar nicht drin, schade! Die Kabine war nicht hellhörig - bis auf die Toilettenspülung; die war aus der Nachbarkabine genauso laut wie die eigene! Sauberkeit wurde in der Kabine großgeschrieben. 2 x täglich Saubermachen und Handtuchwechsel. Ein Dank an die sehr netten Kabinenstewards.
Das Essen ist bei weitem nicht so gut, wie von MSC beworben. Im Hauptrestaurant war die Bestuhlung so eng gestellt, dass die Kellner unsere Teller z.T. über unseren runden 8-er Tisch reichen mussten, da sie nicht zwischen den Stühlen durch passten (und die Kellner waren sehr schlank!). Entsprechend laut war auch die Geräuschkulisse im Speisesaal; ich habe oft meine Tischnachbarin, die mir gegenübersaß, durch den Lärm im Speisesaal nicht verstanden. Wohlfühl-Atmosphäre war durch diese Massenabfertigung, Enge und Hektik und den Lärmpegel nicht gegeben! Im Buffetrestaurant war die Situation noch unangenehmer: Laut, hektisch, oft gar keinen Platz gefunden, Essensqualität nicht so gut, Kellner - obwohl in der Anzahl ausreichend vorhanden - völlig unorganisiert! Es gab keine Kaffeestationen mit Selbstbedienung, sondern immer nur Bedienung. Das klingt eigentlich nicht schlecht; ist in Wirklichkeit aber ein einziges Chaos. Bestimmte Kellner sind für bestimmte Getränke zuständig. Da läuft 1 Kellner mit Kaffe rum, der nächste mit Milch, der 3. hat Saft auf dem Tablett usw. Und der mit z.B. der Milch bringt auch NUR Milch. Wenn man dann noch keinen Kaffee hat - Pech gehabt. Kommt dann irgendwann der Kellner mit dem Kaffee, kann man nur hoffen, dass der Kellner mit der Milch auch irgendwann wieder auftaucht, solange der Kaffee noch warm ist - sehr, sehr schlecht organisiert. Das Personal der niederen Berufsränge an Bord war immer nett und freundlich; im Gegensatz zu den etwas höheren Berufsständen; die waren sehr oft arrogant und zwar zu dem ihnen unterstellten Personal als auch zu den Passagieren - ganz klar ein No Go!
Die Mitarbeiter an der Rezeption waren durch die Bank weg unfreundlich, sobald ein Gast eine Reklamation hatte. Wenn die Mitarbeiter es vermeiden konnten, kümmerten sie sich um die Belange der Passagiere, sondern fungierten ausschließlich als Wegweiser: Der Check-In dauerte Stunden, weil die MSC versucht hatte, ALLE 2.500 Passagiere gleichzeitig éinzuchecken, statt die Anreise so zu organisieren, dass die Gäste nacheinander anreisen. Zur eigentlichen Check-In Organisation der MSC können wir nichts sagen, da St. Nazaire kein Kreuzfahrthafen ist - und somit der Check-In improvisiert war. Der Check-Out in Hamburg war eine noch viel größere Katastrophe, weil die Verantwortlichen "irgendwie nicht mit Ebbe und Flut im Hamburger Hafen gerechnet hatten". Durch den niedrigen Tidestand beim Anlegen in Hamburg kam niemand mehr an das Gepäck, da das Gepäckdeck zu weit unterhalb der Kaimauer lag!!! Jemand sollte der MSC gültige Tidekalender zukommen lassen, damit sich soviel Dilettantismus nicht wiederholt. Durch dieses Unvermögen verzögerte sich unser Ausschiffen um 4 (vier!) Stunden, in denen die Passagiere wie zusammengepfercht auf das Theater, die Tiger Bar und das Treppenhaus verteilt auf ihrem Handgepäck gesessen oder gestanden haben!!!
50
Décontracté
Très mauvais