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Ich hatte angesichts des sehr günstigen Reisepreises nicht viel erwartet und war von der schönen Kabine und dem hohen Kreuzfahrtkomfort doch angenehm überrascht. Für mich bedeutet das, daß man auch auf einer solchen auf den Massentourismus ausgerichteten, schwimmenden Bettenburg als Individualreisende doch ein ruhiges, persönliches Eck finden und seinen eigenen Reisestil beibehalten kann. Damit sind solche Riesenschiffe für mich doch zu einer lohnenswerten Alternative zu den kleinen sehr individuellen, aber dementsprechend teuren Kreuzfahrtschiffen geworden.
Zu dem von MSC Landausflug nach Aix-en Provence s.o. Das Preis-Leistungsverhältnis fand ich hier angemessen, schließlich war der kurze Aufenthalt in Aix durch die Umroutung verursacht. Ansonsten habe ich meine Ausflüge immer selbst organisiert, da ich im Urlaub meine Ziele in Ruhe anschauen möchte.
Das Schiff MSC Fantasia ist wohl derzeit das größte Kreuzfahrtschiff auf dem Markt und dementsprechend sind die Dimensionen, die vom Heck in Richtung Vorschiff abzulaufen sind. Die Orientierung ist nicht immer ganz einfach, da nicht auf allen Decks Korridore bzw. Aufzüge durchgehen und es wohl dezente Anzeigen, aber nicht genügend Pläne mit Standortvermerk gibt. Ich habe mich immer wieder verlaufen, was ich sonst nicht so leicht tue.
Die Innenkabine auf Deck 12 war hervorragend gelegen, sehr gut isoliert von den Nachbarkabinen, absolut sauber und neu, vom Stauraum und der Badeinrichtung schlicht aber gut überlegt und in für das Auge angenehmen Farben gehalten. Ich habe mich darin absolut wohl gefühlt trotz des Sturm bis zu Windstärke 11 und hatte Dank der Größe auch keinen Anflug von Platzangst. Die beiden Stewards haben sich vorgestellt und waren von herausragender Freundlichkeit.
Das Schiff verfügt entsprechend der Passagierzahl über mehrere Restaurants, eine große Cafeteria und mehrere Speisesäle. Die Restaurants sind zuzahlpflichtig und entsprechen gehobenen Standard. MSC Fnatasia hat die Tendenz zur Massenverpflegung, was angesichts des Publikums auch adaequat war. Ich habe morgens die Cafeteria mit ihrem umfangreichen Angebot genutzt, mit dem ich sehr zufrieden war. Hektik Lärm und Enge bin ich ausgewichen, indem ich meist draußen auf der Nichtraucherseite gefrühstückt habe. Abends habe ich angesichts des jeweiligen Massenansturms zu den Essenszeiten immer im L'Etoile gegessen. Das bedeutete einen beträchtlichen Mehraufwand, der es mir aber angesichts der Möglichkeit, in Ruhe zu der Uhrzeit zu essen, die mir passte, sehr wohl wert war. Das Essen und die Weine waren sehr gut, herausragend war der Service, er war der beste, den ich bis jetzt je hatte.
Da ich tagsüber unterwegs war und meist spät gegessen habe, habe ich die Unterhaltung kaum genutzt, es waren aber einige gute Musiker an Bord , vor allem eine Pianistin und ein Streichquartett, denen ich sehr gerne zugehört habe.
Diesen Bereich habe ich s.o. überhaupt nicht genutzt; es muß aber wohl sehr vielfältige Angebote geben.
Ceck-In und Check-Out verliefen schnell und problemlos; an der Rezeption und der Zahlmeisterei waren die Mitarbeiter freundlich/reserviert, aber effizient und ich bin sachgerecht beraten worden. Die einzige Frage, die mir unzureichend beantwortet wurde, betraf die Trinkgelder, alle Service-Mitarbeiter, auch die die auf dem Gang außerhalb meines Kabinenbereiches ansprach, bestätigten mir, daß von den Trinkgeldern nichts bei ihnen ankäme. Diese Information hatte ich auch schon vorab von einer ehemaligen Reiseleiterin erhalten. Als mir dann die Zahlmeisterei auf meine Anfrage hin nicht einmal bestätigen mochte, daß die Gelder in einen Topf fliessen würden, der für Notfälle der Crew bereit stünde, konnte ich die seitens MSC geforderten Trinkgelder nur noch als verdeckte Zuzahlung betrachten und habe diese Forderung storniert. Gleichzeitig habe ich alle denjenigen, die im Kabinen- und Restaurantbereich gearbeitet haben, persönlich ein doppeltes Trinkgeld gegeben, bzw. dies dem Restaurantleiter auf Hinweis der Kellner insgesamt gegeben. Ich finde, daß hier MSC besser beraten wäre, wenn sie klar angeben würden, wohin die Trinkgelder wirklich fließen. Ausweichende oder halbe Antworten verunklären die Situation.
60
Pas de prescriptions
Casual
Bon
Reisezeit: Die Kreuzfahrt verlief extrem stürmisch, so daß die Nächte teilweise sehr unruhig, d.h. heftig schaukeln verliefen. Auf einem so hoch gebauten Schiff macht sich der Seegang trotz größe doch deutlich bemerkbar. Ruhiger dürften daher die Kabinen mittschiffs auf den unteren Decks sein, auch wenn sie paradoxerweise günstiger sind. Die beste Reisezeit mit so einem Schiff sind sicher Sommer/Herbst ohne Sturm.