Wir sind für Sie da.
Bei der Transatlantikpassage mit der QM2 zahlt man vor allem den Namen und den Mythos. Die Tage auf hoher See können einem plötzlich verdammt lang vorkommen, zumal fast jeder Tag eine Stunde länger wird. Der Service lässt sehr viel zu wünschen übrig. Die Leistungen bei Celebrity Cruises sind um ein vielfaches besser als bei Cunard und das für weniger Geld! Man bemerke auch dass die vielen Lobgesänge auf die QM2 hausgemacht sind oder von eingeladener Prominenz geschrieben wurde. Während der ganzen Reise lief ein Kamerateam durch das Schiff um Aufnahmen zu Werbezwecken zu machen. Die Passagiere wurden dann zu „We are Cunard!!“-Ausrufen aufgerufen.
Die Reise ging von Hamburg über Southampton nach New York wobei das Auslaufen aus dem Hamburger Hafen absolut grandios und somit auch gleich der Höhepunkt der Reise war.
Beim Zwischenstopp in Southampton lohnt es sich kaum das Schiff zu verlassen. Zwar wird man von Cunard gleich zur Shopping Mall gefahren, man kann den Tag aber ebenso gut auf dem Schiff verbringen. Den Ausflug nach Stonehenge haben wir nicht mitgemacht.
Das Schiff ist riesig und bietet viel Platz. Man findet jederzeit eine Ecke, in der man seine Ruhe haben kann. Viel vom Dekor wurde der ersten Queen Mary nachempfunden, wenn auch nicht die gleichen wertvollen Materialien verarbeitet wurden. Bei Einrichtung der QM2 wurde meist Kunststoff verarbeitet. Pseudo-Luxus.
Die Kabinen der Britannia Club-Klasse würde ich als zweckmäßig eingerichtet betrachten. Das Badezimmer ist klein, die Dusche ist winzig. Ich bin beileibe nicht dick, aber um beim Einseifen nicht dauernd die Duschgardine an mir zu haben, habe ich diese geöffnet damit ich mehr Platz hatte. Im Gegensatz zu Celebrity Cruises gibt es bei Cunard keine frischen Blumen oder Obstschale in der Kabine. Zum Club-Extra gehört gerade mal eine Flasche Cunard Tafelwasser. In den Badezimmern der Princess-Klasse gibt es noch nicht einmal Schminkspiegel für die Damen.
Wir haben im Britannia-Restaurant gespeist. Das Selbstbedienungsrestaurant Kings- Court war uns zu laut und überfüllt. Die Gastronomie lässt am meisten zu wünschen übrig. Fast alle Speisen waren geschmacklos. Als frisch gepresster Orangensaft wird einem billiges Orangensaftkonzentrat, mit Wasser gestreckt, verklickert. Der frische Obstsalat bestand aus Wasser- und Honigmelone. Die Küche war oft überfordert und zwischen den Gängen verging oft viel Zeit oder es wurden manche Gänge einfach vergessen. Schon beim der Abfahrt aus Hamburg fehlten eine Menge Weine auf der Weinkarte. „We are still recovering from Hamburg“ hieß jedes Mal wenn Speisen oder Weine nicht erhältlich waren. In Southampton wurden dann 29.000 Flaschen Wein gebunkert, was aber nicht hieß dass danach die Weinkarte wieder komplett war. „We are still recovering from Southampton“ hieß es ab dann. Da mir der Espresso zu wässerig war, bestellte ich einen Ristretto. Damit waren unsere Kellner auf dem 5-Sterne-Schiff dann überfragt und überfordert.
An Unterhaltung wurde die ersten Tage der Reise viel und für jeden Geschmack geboten. Als die Reise dann dem Ende zu ging und die Tage immer länger wurden, hatte ich das Gefühl dass auch die Unterhaltung abnahm. Unter anderem wurden die Filme im Kino wiederholt. Die Bibliothek bot sehr viel Lesestoff für jeden Geschmack. Gegen Ende der Reise fand ein Logo-Sale statt. Auf Wühltischen in der Lobby wurden billiger Schmuck und Sweater aus 100% Polyester mit Cunard Logo von 65,00 $ für 25,00 $ verscherbelt. So manche Passagierin wurde da wieder zur tüchtigen Hausfrau und verteidigte tapfer ihren Platz vor dem Wühltisch.
Die meisten Kellner und Stewards waren zwar freundlich, machten einen etwas unmotivierten Eindruck. Das Personal aus Osteuropa stach besonders durch seine Unfreundlichkeit hervor.
50
Formal
poor