Wir sind für Sie da.
Eins vorweg: Als Kreuzfahrt-Greenhorns haben wir nicht allzu viel erwartet, aber mit allem gerechnet. Und wir wurden nicht enttäuscht! Die Organisation war erstklassig, die jeweiligen Anschlüsse mit insgesamt drei Flügen und zwei (selbstorganisierten) Zugfahrten funktionierten annähernd reibungslos. Nichts ging verloren oder zu Bruch. Sogar die Paß- und Zollkontrollen verliefen entspannt - auch in Miami! Und die Kreuzfahrt selbst war ein Traum. Im Detail heißt das: Für Nordlichter stand als Transferflughafen Hamburg zur Verfügung. Als Bremer kommt man mit dem Niedersachsenticket per Metronom schnell dorthin, S-Bahn-Fahrt bis Fuhlsbüttel inklusive. Der Flug mit Canadair war kurz und weckte Vorfreude. Im Kopenhagener Terminal waren gefühlt einige Kilometer Fußweg zurückzulegen. Am Ende warteten das Gepäck und ein Transferbus, der alle mit uns gereisten Kreuzfahrt-Bucher sicher zur Norwegian Sun brachte.
Veranstalterseitig angebotene Landausflüge haben wir nicht in Anspruch genommen, sondern auf eigene Faust etwas unternommen. Das haben wir nicht bereut. In Lissabon kann man eine der verschiedenen Rundfahrten im offenen Doppeldeckerbus zu je €10-20 oder per Tram buchen. Individueller und nicht viel teurer wäre eine Tour im Taxi mit ortskundigem Fahrer. Das haben wir in Funchal/Madeira nicht gemacht. Dort reicht ein Fußmarsch durch die sehr knuffige Innenstadt, mehrwöchiger Besuch der Insel zu einem nicht viel späteren Zeitpunkt bereits fest eingeplant. Naja, und zu Miami könnte man sicherlich viel mehr sagen, aber wir wurden gleich nach der Ausschiffung zum Flughafen transferiert. Jedenfalls ist die Stadt auch so beeindruckend, späterer Besuch ebenfalls nicht ausgeschlossen.
Nach Einschiffung und Aushändigung der Bord-Karte ging's los. Einer in Bewertungen oft genannten Empfehlung folgten wir und erwarben gleich nach Kabinenzuweisung ein Sechser-Paket Mineralwasser. Das hätten wir besser gelassen - es war überflüssig. Das Wasser an Bord ist genießbar und zum Zähneputzen geeignet. Trinkwasser wie auch Säfte und Tee/Kaffee stehen praktisch rund um die Uhr in einem der dafür vorgesehenen Restaurants ohne Aufpreis zur Verfügung. Für Kreuzfahrt-Neulinge wie uns ist die Größe der 11jährigen Sun mit ihren 12 Decks schon überwältigend. Dabei gibt es bei NCL deutlich größere Pötte, wie zum Beispiel die nagelneue Epic mit 19 Decks. Nun ja, wir brauchten trotzdem etwa zwei Tage, um uns einigermaßen zu orientieren. Also, das Atrium macht als mehrstöckiges Entreé mit Reception, Café, Internetsektion, Konferenzraum und (auf Deck 11) Wellness-Bereich mit GYM und Spa/Sauna bereits einen guten Eindruck und verbindet die Decks 5-12 mit 4 Panorama-Aufzügen. Dazwischen befinden sich die Gästequartiere mit Innen-, Außen und Balkonkabinen, darunter (2-4) die der Crew. Für die Zerstreuung gibt es zahlreiche Einrichtungen wie Discothek, Kino, Theater, Casino, Bars, Bibliothek, Spielezimmer, Basketballcourt, Tischtennis, Gamingzone, 2 Joggingbahnen, Boutique, Duty-Free-Shop und eine wunderbare Observation Lounge mit kleiner Bühne und Flügel auf Deck 12 über der Brücke auf Deck 10 (mit den Quartieren der Brückenoffiziere) sowie den Suiten der etwas besser Betuchten auf Deck 11. Trekkies würden diese Lounge wohl als "Zehn vorne" bezeichnen. Hier trifft man sich zum Klönen, Kartenspielen oder Lesen und lauscht dem Pianisten, der bordeigenen Band oder irgendeinem gerade angesagten Show-Act, während man in den Sonnenuntergang hineinfährt. Das fiel uns übrigens äußerst positiv auf: An fast jedem Ort, der mit Musik zu tun hatte, stand ein Klavier oder Flügel - eine Einrichtung, die selbst aus höherpreisigen Hotels schon lange verschwunden ist, wo Kultur und Stimmung dem kalten Kostenkalkül gnadenlos geopfert werden. Und die Infrastruktur wurde reichlich genutzt; kein Abend, an dem nicht irgendwo ein Tasteninstrument jazzige oder
60
Casual
Loose & casual
good