Wir sind für Sie da.
Das Fazit fällt etwas zweispältig aus. Einerseits ist die Royal Clipper insbesondere für Segelenthusiasten ein tolles und einzigartiges Schiff. Aber genau diese Segelenthusiasten kommen nicht auf ihre Kosten. Denn gesegelt wird nicht. Das Schiff legte die ganze Reise mit Motorkraft zurück. Segeln verlangt nun mal die Ausnutzung des Windes. Kommt der Wind von seitlich oder von vorne, kann ein Segelschiff nicht den direkten Weg zum Ziel nehmen sonder muss kreuzen (Zickzackkurs). Dies hat zeitliche Verzögerungen zur Folge, die mitunter ein verspätetes Eintreffen am Zielort zur Folge haben. Da die Ankunfts- und Abfahrtzeiten auf einer zeitlich begrenzten Reise jedoch eingehalten werden müssen, kann Segeln eigentlich als überweigendes Fortbewegungsmedium gar nicht in Frage kommen. So beließ es der Kapitän bei einem Foto-Segel-Event dergestalt, dass die Passagiere am letzten Nachmittag mit den Tendern um das Schiff herumgefahren wurden während alle Segel gesetzt wurden. Im gelben Licht der sinkenden Sonne war dies zugegeben ein toller Anblick. Ich habe dieses Bild bei "Shipspotting.com" veröffentlich, wo es bereits über tausend Aufrufe und tolle Kommentare eingefahren hat.
Die kürzeste Kreuzfahrt, die auf der Royal Clipper zu haben ist führte von Venedig aus in die Adria Nach Rovinj (Kroatien) und Piran (Slowenien). Rovinj ist sehr malerisch auf einer Insel gelegen. Der Vorteil hier ist, dass nur kleinere Kreuzfahrtschiffe den Ort besuchen und er deshalb nicht überlaufen wirkt. Die Stadt mit venezianischen Einfluss ist sehr schön. Für Piran in Slowenien gilt gleiches.
Wir haben jeweils die Städte besichtigt. Dabei haben wir uns in lockerer Weise treiben lassen.
Das Schiff ist nach wie vor eine Besonderheit. Als Nachbau der legendären PREUSSEN von 1902 ist es das einzige Fünfmast-Vollschif und größtes Segelschiff der Welt. Es kann nur etwa 200 Passagiere aufnehmen und ist deshalb recht überschaubar. Eine schöne Aussicht hat man, wenn man auf eine Pattform des Großmastes steigt und die Welt von oben betrachten kann. Die öffentlichen Räume machen einen recht gepflegten und traditionellen Eindruck. Ihre Ausstattung ist gehoben und dem Charakter des Schiffes angepasst, Man ist von viel dunklem Holz und Messung umgeben. Kleine Abnutzungserscheinungen sind vorhanden; schließlich ist das Schiff auch schon 13 Jahre alt-
Wir hatten eine Außenkabine auf dem Commodore-Deck mit zwei Bullaugen. Die Kabine war sehr klein und durch einen Schrank, der mitten in den Raum ragte, ziemlich verbaut. Die Klimaanlage war gut regelbar und leise, TV (Gerät aus dem letzten Jahrhundert und mit noch nicht einmal einem deutschen Sender), Safe und Telefon waren vorhanden. Das Badezimmer (Marmor) war im Verhältnis zur Kabine sehr groß .
Das Essen wurde in einer Sitzung im Hauptrestaurant eingenommen. Morgens und Mittags war Buffetform angesagt, abends gab es das Essen von der Karte mit Bedienung. Die Qualität des Essens hob sich nicht von der anderer Kreuzfahrtschiffe ab. Auswahl, Präsentation, Frische und Geschmack waren gut ohne herausragend zu sein. Die Getränke sind sehr günstig. Ein Bier habe ich noch bei keiner anderen Kreufahrtgesellschaft für 3 Euro bekommen. Gleich günstig waren auch Drinks und Cocktails und Wein.
Das Unterhaltungsangebot ist naturgemäß nicht mit dem auf herkömmlichen Kreufahrtschiffen zu vergleichen. Es gibt keine Theater auf dem Schiff und schon gar keine Eislaufbahn. Die Unterhaltung bietet das Schiff selbst auf Grund seiner Besonderheit als Segelschiff. Durch das tolle Wetter, das wir hatten und die geringe Beleuchtung auf dem Oberdeck, war abends ein faszinerender Blick in den Himmel möglich, wo Abertausende von Sternen eindruckvoll sichtbar waren.
nicht genutzt
Genutzt haben wir die Plattform am Heck des Schiffes. Kurz über dem Wasser konnte man von hier aus im offenen Meer baden, was sehr angenehm war. Außerdem wurde Kajakfahren, Wasserski und Tauchen angeboten.
Der Checkin erfolgte erst gegen 16 Uhr. Er verlief reibungslos und auf Grund der geringen Passagieranzahl recht schnell. Vergleichbar auch beim Checkout. Wir konnten noch Frühstücken und verließen dann morgens gegen 9 Uhr das Schiff.
50
Casual
Loose & casual
okay
Man sollte bei der Buchung auf die Ergonomie und Größe der Kabine achten. Die kabine, die wir hatten, war auch in Anbetracht eines Segelschiffes zu klein um sich richtig wohlfühlen zu lönnen