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Diese Kreuzfahrt – zu diesem Preis (Balkonkabine zur Allein-Nutzung) – war zunächst ein echtes Schnäppchen, und nur in Coronazeiten und in dieser Jahreszeit möglich! Aber auch wenn ich über die Medien erfahren habe, dass MSC die preiswerteste der Kreuzfahrtgesellschaften ist (sozusagen der „ALDI“ unter den Kreuzfahrten), und ich meine Erwartungen dementsprechend reduziert habe, war die Kreuzfahrt insgesamt eine ziemliche Enttäuschung. Das Preis/Leistungsverhältnis der gesamten Kreuzfahrt war allerdings o.k. Trotzdem -- mehr als die Gesamtschulnote 4 minus für diese Kreuzfahrt ist nicht drin… Dies war die bisher schlechteste Kreuzfahrt, die ich je gemacht habe - es war allerdings auch die mit Abstand billigste...
Im Bahnhof Hamburg war von einem Hinweis oder von Hostessen für das MSC-Schiff am Abfahrtstag weit und breit nichts zu sehen, der MSC-Shuttle am ZOB hingegen war relativ leicht zu finden. Die normale Kapazität der MSC Magnifica beträgt 2.500 Gäste plus etwa 1.000 Crew-Mitglieder; ab Hamburg waren zunächst nur 380 Gäste an Bord, im Verlaufe der Fahrt betrug die Auslastung durch Zustieg weiterer Passagiere in den folgenden Häfen etwa 50%. Das Embarking war umständlich und nicht immer logisch nachvollziehbar, so wurde am Schiff ein neuer, aktueller Antigen-Test gemacht, aber bei der Registrierung 50 Minuten später nur der zwei Tage alte Antigen-Test verlangt und genau geprüft. Die MSC Magnifica war deutlich unruhiger und instabiler als die etwas größere Norwegian Getaway, mit der ich einige Wochen vorher gefahren bin, bereits vor dem Sturmtief „Daniel“ schaukelte sie manchmal ganz schön – an einem Tag war ich etwas seekrank, was mir noch nie passiert ist.
Größe und Ausstattung der Balkonkabine waren o.k., auf Anfrage habe ich sogar eine etwa 2 Quadratmeter größere Kabine ohne Aufpreis erhalten. Im Badezimmer gab es allerdings keine Duschkabine, sondern nur einen Duschvorhang (Überschwemmungs- gefahr!!). Der TV-Monitor in der Kabine war ausgesprochen klein und nicht viel größer als ein Laptop, die interaktiven Funktionen waren während der gesamten Kreuzfahrt außer Funktion und nicht nutzbar. Auch die MSC App. auf dem Smartphone war an Bord häufig nicht nutzbar, da die WLAN-Verbindung oft unterbrochen war. An Bord gab es 15 Fernsehprogramme, rund um die Uhr, auch auf hoher See, davon 6 auf Deutsch – das hat man auf anderen Kreuzfahrtschiffen normalerweise nur im Hafen.
Das Essen (im Hauptrestaurant) war (bis auf zwei Ausnahmen) nicht besonders, die festen (unflexiblen) Tischzeiten bei der geringen Auslastung des Schiffes unnötig und lästig. Die Mittagsessenszeit im Hauptrestaurant L'edera ging nur von 12:00 bis 13:30 Uhr. Das Buffetrestaurant bot recht wenig Auswahl, im Vergleich zu anderen Schiffen das schlechteste Büffet, das ich je auf einer Kreuzfahrt gesehen habe. Zum Frühstück gab es nicht einmal Schnittkäse (nur Käsewürfel!) zum Toast. An einem Tag musste ich früh los, Meeting Point für den Ausflug war um 07:15 Uhr, da hätte ich gerne in der Kabine Frühstück bestellt – Frühstück auf der Kabine gab es aber erst ab 07:30 Uhr! Diesen „Service“ hätte man sich dann auch sparen können… Die Getränkepreise waren einigermaßen moderat.
Die durchaus passablen abendlichen Shows waren leider nur maximal 35 Minuten lang. Hierfür musste man sich tagsüber umständlich registrieren, was beim Betreten des Theaters genauestens geprüft wurde – angesichts der Tatsache, dass das Theater (auf Grund der geringen Bordbelegung) abends zu maximal 10-15% gefüllt war völlig unnötig und unverständlich. Auch die Maskenpflicht auf dem Platz war (zumal bei dieser geringen Auslastung) nicht nachvollziehbar. Das Casino, wo auf meiner letzten Kreuzfahrt (mit NCL) abends "der Bär tobte" und kaum ein Platz am Spieltisch zu bekommen war -- tote Hose! Poker (Texas Hold'em) wurde überhaupt nicht angeboten, weder als Turnier noch als Cash Game, das Casino mit dem hochtrabenden Namen „Atlantic City Casino“ war eine bessere Automatenspielhalle, keine Turniere, keine attraktiven Sonderaktionen (außer einmal Bingo), langweilig…
Service und Präsenz des Kabinen-Stewards waren gut und mit anderen (besseren) Kreuzfahrten durchaus vergleichbar. Informationen vom Excursions Desk zu gebuchten Exkursionen waren zwei Tage vor Ausflug nicht zu erhalten, der Service war deutlich schlechter und unfreundlicher als bei NCL. Am 3. Tag lag das Schiff in Southhampton, das Verlassen des Schiffes war wegen Covid Omikron verboten, alle Ausflüge kurzfristig gestrichen. Wegen Sturmtief „Daniel“ konnte zusätzlich der Hafen Seebrügge (Ausflug nach Brügge) nicht angesteuert werden, das Schiff fuhr direkt weiter zum nächsten Hafen Ijmuiden und ankerte dort ab 13:30 Uhr (statt in Zeebrügge). An diesen Tagen, an denen das Tagesprogramm der Passagiere völlig durcheinander gebracht wurde, alle Ausflüge ausfielen und ein Hafen überhaupt nicht angesteuert wurde, wurde nichts, aber auch rein gar nichts von der Besatzung/Schiffsleitung unternommen, um den Passagieren den Zwangsaufenthalt an Bord so angenehm wie möglich zu gestalten. Stattdessen wurde starr und unflexibel am Standardprogramm festgehalten. Ein gutes Kreuzfahrtschiff mit einem guten Kreuzfahrtdirektor hätte alles daran gesetzt, seinen gestrandeten Gästen so schnell wie möglich attraktive Alternativen anzubieten. Da die Änderungen am Vorabend gegen 22:00 Uhr bekannt gegeben wurden, hätte man ohne Probleme ein neues Tagesprogramm für den nächsten Tag drucken und verteilen können – aber es wurde überhaupt nichts unternommen, alles blieb beim alten… Schlimmer noch: Nachdem wir am 5. Tag unerwartet ab 13:30 Uhr in Ijmuiden lagen (unser Hafen des nächsten Tages, der jede Woche von der MSC Magnifica angesteuert wird) fragte ich gegen 12:30 Uhr bei der Rezeption, was man denn als Urlauber in Ijmuiden erleben könne, was an Ausflügen und Unternehmungen möglich sei. Antwort: „Dazu können wir leider nichts sagen, da wir unerwartet und kurzfristig hier gelandet sind, aber Morgen geht wieder alles seinen gewohnten Gang“. Keinerlei Informationen über die Stadt, den Hafen oder mögliche Unternehmungen. Nachdem ich zusätzlich beim Excursions Desk nachgefragt hatte, erhielt ich auch dort die gleiche (nichtssagende) Antwort. Stunden später (als es zu spät war) erfuhr ich dann von einem Passagier, dass im Hafen, nur 5 Gehminuten entfernt, eine öffentliche Bushaltestelle war, von der alle 20 Minuten Busse für drei Euro nach Haarlem und Amsterdam (25km entfernt) fuhren… Ein halbwegs vernünftiger und kompetenter Kreuzfahrtdirektor hätte mittags in Ijmuiden die Durchsage gemacht: „Liebe Passagiere, es tut uns furchtbar leid, dass wir heute außerplanmäßig in Ijmuiden anlegen mussten – sie können ab 13:45 Uhr von Bord, und im Hafen fahren alle 20 Minuten Busse nach Haarlem und Amsterdam“… Eine derartige Information haben wir nicht im Entferntesten bekommen – trotz mehrmaliger Nachfrage (!!), und obwohl das der Schiffsleitung alles bekannt war, weil Ijmuiden der reguläre Zielhafen des nächsten Tages war, und die MSC Magnifika dort jede Woche ankert…
Casual
good