Wir sind für Sie da.
Barcelona - Villefranche - Cittavecchia - Neapel - Kotor - Venedig - Dubrovnik
Wir buchten nur einen Landausflug durch Kreuzfahrtveranstalter Celebrity. Mit 175,00 € pro Person ein teures Unterfangen, allerdings mit drei angebotenen Highlights - Pompei, Sorrent, Capri - auch sehr vielversprechend. Leider sassen wir aufgrund der italienischen Sommerferien auf der Fahrt nach Sorrent mehr als drei Stunden im Bus, da der Verkehr nur stockend verlief. Insgesamt waren 4 h Busfahrt angesagt. In Capri musste dann nochmals eine mehr als einstündiges Schlangestehen für die Abfahrt mit der Zahnradbahn vergeudetet. Hätten wir das im Voraus gewusst, wären wir auf eigene Faust nach Pompei und hätten uns selbst für Capri eingschifft. Dann wäre uns wahrscheinlich das einstündige Schlangestehen an der Zahnradbahn zurück erspart geblieben. Überhaupt können wir nur empfehlen die Landausflüge selbst zu organisieren. Das kommt erheblich billiger und man ist in kleineren Gruppen. So hatten wir in Cittavecchia schon am Pier ein Angebot für 30 € Rom angeboten. Darin war die 1,5 h Busfahrt ebenso inbegriffen wie die hervorragende Führung einer Archäologin in Rom selbst. Darüber hinaus gab es genügend Freizeit, um Rom auf eigene Faust zu entdecken. Für den Landausflug Kotor hatte Celebrity grösste Sorge Busfahrten zu verkaufen, anstatt den Passagieren den kostenlosen Ausflug in die Stadt Kotor zu empfehlen. Diese ist ein Kleinod und sollte unbedingt begangen werden. Vom Schiff aus sind es 5 Minuten zu Fuss, um in die Altstadt zu kommen. Da braucht es keine stundenlangen Busfahrten ins Hinterland, die teuer sind und die Gäste, wie wir hörten, frustrierten.
Mit 2800 Gästen gehört die Celebrity Equinox zu den grossen Kreuzfahrtschiffen, die vieles zu bieten haben. Die Inneneinrichtung ist vielleicht nicht jedermanns Sache, da in Brauntönen gehalten und tw. an die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts erinnert. Es gibt offene und gedeckte Schwimmbäder, die aber für Ruhesuchende eher zu meiden sind. An Handtüchern mangelt es nicht. Auch Liegestühle findet man leicht. Es gibt ruhige Decks, von denen man eine sehr gute Sicht auf die Küste hat. Auch ein Deck mit echtem Graswuchs wird geboten. Dort kann man sich dann auch auf sein Handtuch legen. Ein grosser Nachteil ist die starke Unterkühlung der öffentlichen Räumlichkeiten - typische für amerikanische Reisekultur. Je heisser draussen, destor kälter drinnen. Auf Deck 14 konnte man zum Essen ins Freie gehen, eigentlich gerne gesucht. Doch leider sass man an den meisten Stellen im Windzug der sich ständig öffnenden Türen, aus denen der eisige Wind einem die warm Stimmung im Freien vermieste. Wir haben uns am Ende der Reise auch eine kräftige Erkältung zugezogen - wie übrigens auch viele andere Gäste. Die Innentemperatur um 2 Grad Celsius erhöht und schon wäre das Problem gelöst und auch sehr viel Energie gespart. Auf dem deutschen Kreuzfahrtschiff AIDA hatten wir solche Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen nicht gemerkt.
Die Kabine war für uns ein geeigneter Rückzugsort, der Kälte und dem Trubel zu entgehen. Ohne Balkon allerdings hätten wir uns eingesperrt gefühlt.
Wir hatten das Glück in der speziellen Aqua Class das kleinere Blue Restaurant besuchen zu dürfen. Dort war das Personal ausnehmend freundlich. Die Menus konnten selbst zusammengestellt werden und wurden auf anhieb gebracht. Dank des Getränkepakets Classic, das in unserem Reisepreis inkludiert war, gab es auch genügend für den Durst. Die Regeln mussten wir allerdings erst lernen: Bier durfte nicht mehr als 5 Dollar kosten, Wein nicht mehr als 8 Dollar pro Glas. Bei 8,50 Dollar pro Glas hätte man uns den vollen Betrag in Rechnung gestellt. Mineralwasser von SanPelligrino war ebenfalls nicht inbegriffen, wohl aber ein No-Name-Produkt in der Aludose. Dafür gab es keine Begrenzung an Anzahl der erlaubten Getränke. Gäste ohne Paket durften dafür permanent Rechnungen für jegliche Getränke unterschreiben. Da kommen pro Person schnell hunderte von Dollar zusammen, wie überhaupt viele Angebote wie z. B. Yoga mit 12 Dollar extra verbucht werden.
Für uns war der abendliche Besuch an einer der Bars mit der Jazz-Combo von LesDemerle schnell zur lieben Gewohnheit geworden. Les-Demerles ist Jazz-Schlagzeuger aus Leidenschaft und hat schon mit vielen Berühmtheiten gespielt. Schon mit 20 hatte öffentliche Fernsehauftritte. Heute, mit 66 Jahren, wirkt er noch genauso jugendlich und begeistert für die Musik, dass der Funke schnell auf uns übersprang. Seine Frau ist eine grossartige Jazz-Sängerin,die von sehr guten Piaisten und Bassisten begleitet wurden. Auch die Shows im Theater waren höchst professionell und entsprechend gut besucht.
Richtig enttäuschend waren die "Secrets of the Persian Garden", der als das Wellness-Highligt angepriesen wurde, sich aber als blau-weiss gekachelter Raum mit Steinliegen entpuppte an dem sich eine unterkühlte Sauna - ohne Holzverkleidung - und ein Dampfbad anschloss. Das war es. Keine Möglichkeit sich im Freien hinzulegen, geschweige denn die Atmosphäre eines heute in Europa überall üblichen Wellness-Bereiches zu geniessen. Wie anders da der exzellente, im Japanischen Stil gehaltene Wellness-Bereich der älteren Aida-Vita-Schiffes. Ausserdem gibt es - wie kaum anders zu erwarten - auf einem amerikanischen Schiff keinen Nackt-bereich. Wir habe den Persian Garden einmal und nie wieder ausprobiert. Sport- und Yoga-Angebote waren kostenpflichtig. Wie überhaupt viele vermeintlich kostenlose Seminare sich als Verkaufsverantstaltungen für teure Gesundheitsprodukte (z.B. Detox) entpuppten.
50
Formal
Loose & casual
poor