Wir sind für Sie da.
Insgesamt war es eine tolle Reise. HAL ist unbedingt zu empfehlen, auch wenn ich hier ein paar Defizite geschildert habe. Man muss sich allerdings darauf einstellen, dass vieles auf Gewohnheiten von amerikanischen Gästen abgestimmt ist und die Preise für alle Zusatzleistungen und für Getränke exorbitant sind.
Das Schiff war insgesamt gut in Schuss. Zur Kabine und der Gastronomie: siehe unten.
Wir hatten eine Verandakabine auf Deck 4 der MS Oosterdam. Die Kabine war insgesamt gut ausgestattet. Es gab neben dem Bett ein 2sitziges Sofa, einen Stuhl, einen kleinen Tisch, einen Schreibtisch, ausreichend Schrankplatz. Es gab in der Kabine jeweils Steckdosen für 115 V, 220 V und USB B. Es stand ein Fön zu Verfügung. Es gab auch eine Minibar, die wie jedoch aufgrund der horrenden Preise nicht in Anspruch genommen haben. Ebenfalls wegen der Preise haben wir den Kabinenservice nicht in Anspruch genommen. Auf der Veranda befanden sich zwei Stühle, zwei Hocker für die Füße sowie ein kleiner Tisch. Im Bad befand sich ein kleine Badewanne mit Duschvorhang. Wir hätten eine Duschkabine bevorzugt. Insgesamt machte die Kabine einen leicht abgewohnten Eindruck (abgelaufener Teppichboden, verwitterte Stühle auf der Veranda). Über den Fernseher kann eine Vielzahl von Infos abgerufen werden.
Die Speisen waren sicherlich eines der Highlights der Reise. Das gilt sowohl für das dreigängige Menü am Abend im Speisesaal, als auch für das Frühstück im Selbstbedienungsrestaurant. Aus irgendeinem Grund hatte man uns einen ein feste Tischreservierung für den Abend im Speisesaal zugeteilt. Hat uns erst gewundert, dann fanden wir es aber sehr gut. Zu den Stoßzeiten konnte es beim Frühstück schon einmal etwas eng werden. Die beiden Bezahlrestaurants haben wir nicht besucht. In den Bars waren die Getränke OK. Die Preise waren allerdings horrend. Wein: 11 $, Bier: 7,75 $. Zu allem Überfluss kommt noch eine Servicepauschale von 18 % hinzu. Wenn man keines der angebotenen Pakete gebucht hat, vergeht einem da schon einmal der Durst. Wir hatten Pakete mit alkoholfreien Getränken für ca. 660 $ pro Person gebucht. Leider haben wir nie wirklich eine Übersicht erhalten, welche Getränke im Paket enthalten sind. So musste man immerzu nachfragen. Manchmal musste man auch bei Getränken, die im Paket enthalten waren, einen Beleg abzeichnen. Manchmal nicht. Das schien von der Tagesform des Kellners abzuhängen. Merkwürdigerweise gab es in jeder Bar eine andere Getränkekarte. Es gab aber immer auch Getränke, die in der jeweiligen Bar nicht auf der Karte standen. Man musste also danach fragen. Zusammenfassend: Qualität gut, Preise unangemessen, mehr Transparenz wünschenswert.
Ocean Bar
Im Theatersaal gab es jeden Abend zwei Vorstellungen und zwar um 19.30 und 21.00 Uhr. Da man uns für 20.00 Uhr eine Tischreservierung zugeteilt hatte, konnten wir daran lediglich teilweise teilnehmen. Die Tanztruppe hat uns sehr gut gefallen. Deren Programm wiederholte sich allerdings. Den Zauberer hätten wir nicht wirklich gebraucht. Die eine Solosängerin sang ohne Begleitmusiker mit Musikbegleitung vom Band. Das kam nicht so gut rüber. Bei der anderen Sängerin war das anders. Sie wurde begleitet von den Musikern, die sonst in der Ocean Bar Jazz gemacht haben. Wesentlich besser. Die Folkloreshow in Peru war grottig. Die Tango- und Gauchovorführung in Buenos Aires hat uns besser gefallen. Die Band in der Rolling Stone Bar war wirklich gut. Der Klavierspieler in der Billboardbar hat uns auch gut gefallen. Schade war nur, dass er gegen das Gebimmel der Spielautomaten im Kasino anspielen musste. Es war noch ein Referent an Bord, der im Rahmen von mehren Veranstaltungen etwas über das Weltall und die Raumfahrt erzählt hat. Das war alles wirres Zeug und kaum erträglich. Ansonsten gab es kein Vortragsprogramm, wie es bei anderen Reedereien üblich ist. Die Einstimmung auf den nächsten Hafen durch den Kreuzfahrdirektor im Theatersaal hat uns sehr gut gefallen. Die Interview-Veranstaltungen mit Mitgliedern des Personals (Koch. Personalleiterin) haben uns ebenfalls gut gefallen.
Der Fitnessraum war nicht sonderlich groß und wurde gut genutzt. In der Regel waren aber freie Geräte vorhanden. Lediglich bei den Hometrainern (Fahrräder) gab es einen Engpass. Von den 8 Geräten vielen nach und nach 4 aus und wurden auch nicht repariert. Die Spinningräder wurden nur für die Kurse genutzt und standen ansonsten nicht zur Verfügung. Schade. Kurse haben wir nihct genutzt. Die Preise waren zu abschreckend.
Es gab zwei Pools an Bord. Einer befand sich auf dem offenen Achterdeck und konnte somit nur bei gutem Wetter genutzt werden. Der andere befand sich mittschiffs unter einem Dach, dass sich öffnen ließ und somit auch bei schlechterem Wetter gut nutzbar war. Die Liegen rund um diesem Pool waren oftmals dauerhaft belegt von Leuten, die aber nicht anwesend waren. Hier hätte das Personal etwas mehr durchgreifen können. Neben den Pools befanden sich Jacuzzis. Den Spa-Bereich haben wir nicht in Anspruch genommen. Die Preise sind einfach zu hoch. Die Sauna ist frei zugänglich. Wir haben jedoch gehört, dass sie oftmals nicht geheizt war. Den amerikanischen Gepflogenheiten folgend wird mit Badebekleidung gesaunt.
Das Personal war ausgesprochen freundlichen und hilfsbereit. Das gilt für alle Bereiche und kann gar nicht genug gelobt werden. Der Check-in Fort Lauderdale hat ganz hervorragend funktioniert. Wir waren ruckzuck in unserer Kabine. Ein Check-Out im eigentlichen Sinne hat es in Buenos Aires nicht gegeben. Einen Tag nach Abreise haben wir ein Schlussrechnung in der App vorgefunden. Für Beschwerden wäre es da etwas spät gewesen, aber man kann seinen Kontostand jederzeit in der App einsehen.
70
Formal
Classical & elegant
poor
Hier noch ein paar Anmerkungen: Die Landausflüge waren zwar teuer aber hervorragend organisiert. Die Bordsprache ist Englisch. Man muss schon über einigermaßen gute Englischkenntnisse verfügen. Sonst wird es schwierig. Es waren hauptsächlich Amerikaner und nur wenige Deutsche, Niederländer, Franzosen und Kanadier an Bord. Gerade die Amerikaner sind sehr aufgeschlossen. Man wird sofort angesprochen und es haben sich viele nette Gespräche ergeben. Mobilitätseingeschränkte Personen kommen an Bord gut zu Recht. Kinder waren so gut wie keine an Bord. Für jeden Abend wurde eine Kleiderordnung ausgegeben. Auch bei einer "Dressy-Night" war es für Herren in Ordnung Hemd Jackett und Jeans zu tragen. Anzug mit Krawatte ist nicht notwendig. Den Internetzugang an Bord haben wir nicht genutzt. Das war uns mit ca. 30 $ pro Tag einfach zu teuer. Oftmals gab es in den Kreuzfahrtterminals ein freies W-Lan. Die Nutzung der Navigator-App ist absolut notwendig. Leider ließ sie sich zunächst nicht auf meinem Smartphone installieren, weil meine Android-Version zu alt war. Erst eine ältere Version, die ich irgendwo im Netz gefunden habe, ließ sich installieren. Meines Erachtens müsste so eine App robuster sein. Der Support von HAL war in dieser Hinsicht unzureichend.